Reinke Fuchs als Exponate

Reineke Fuchs von Johann Wolfgang v. Goethe nach der Originalausgabe 1794
mit Kostbarkeiten aus der Sammlung Friedrich von Fuchs
146 Seiten mit 140 Farbabbildungen
Format 21 x 22 cm
Hardcover mit Fadenheftung
ISBN 3-85437-200-0
EUR 22,-,CHF 43,-

Die Fabel von Reineke Fuchs, seinen Gefährten und Gegenspielern scheint über Jahrhunderte hinweg nie an politischer und gesellschaftskritischer Relevanz verloren zuhaben, denn der Sieg der Schlauheit über die Rechtschaffenheit, das Recht des Stärkeren über den Schwächeren, der Egoismus der Regierenden, die Bevorzugung der Staatsraison vor moralischen Bedenken oder welche Motive auch immer sich aus diesem Epos ableiten lassen, sind nach wie vor aktuell. Die Schilderung der listenreichen Taten des gerissenen Fuchses entstammen im deutschsprachigen Raum in ihrer wohl am meisten gelesenen Form der Hexameterdichtung von Johann Wolfgang v. Goethe. Zu dieser 1794 erschienen Fassung schuf der in München lebende Hofmaler Wilhelm Kaulbach (1805-1874) eine kongeniale Bebilderung mit zahlreichen Stahlstichen.
Doch der Ursprung der vielschichtigen Motivik entstammt nicht dem europäischen Kulturkreis, sondern seine Wurzeln lassen sich bis ins vorchristliche Indien zurückverfolgen. Das Märchen um den verschlagenen Schakal wurde in der Antike von Äsop nach Europa gebracht und von den Dichtern Phädrus, Babrios und Avianus aufgegriffen. Vom Lateinischen gelangte der Stoff in das Französische, wo der Fuchs heute nicht grundlos "le renard" nach Reineke bezeichnet wird. In der Folge läßt sich die Wanderung des Motivs von der Volkstradition der Flamen und Niederländer in den deutschsprachigen Raum durch die Handelsbeziehungen der Hanse nachvollziehen. Die niederdeutsche Ballade über „Reynke des Vos" wurde von Johann Christoph Gottsched 1752 in Prosa übertragen und diente Goethe als Vorlage für sein Werk.

Das literarische Vorbild fand Eingang in die Volksdichtung und erreichte dadurch eine weite Verbreitung. Dies ist auch der Grund dafür, daß sich das Motiv des listigen Fuchses in zahlreichen Objekten der Popularkultur entdecken läßt. So finden sich seit Jahrhunderten die Taten Reinekes und seiner Gefährten auf Gegenständen des Alltagslebens, wie etwa Spielkarten, Uhren, Spazierstöcke, Meerschaumpfeifen, Briefmarken, Wiener Bronzen oder Schachfiguren, auch in der Luxuspapierproduktion (Sammelbilder, Ansichtskarten usw.) bis zur allgegenwärtigen Werbung multimedialer Prägung.
All diese Kunstobjekte trägt der Herausgeber Friedrich von Fuchs seit mehr als 30 Jahren zusammen und hat damit eine in dieser Form einzigartige Kollektion erstellt, die in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde. In seiner Sammlung befinden sich etwa die Orginal-Stahlstiche von Kaulbach oder Heinrich Leutemann, Holzstiche von Münchner Bilderbogen, Porzellanteller und Skulpturen der Hutschenreuther, Meissner und Nymphenburger Porzellanmanufakturen, Ölbilder verschiedenster Epochen und Stilrichtungen, prächtige Figuren aus Silber, Messing, Kupfer, Zinn, Elfenbein, Glas und vieles mehr.
Eine attraktive Auswahl dieser kostbaren Kunstschätze, die im eigens dafür von Friedrich von Fuchs angelegten Reineke-Fuchs-Museum in der „Villa zum Fuchsbau", Hessen (Linden-Leihgestern, Dresdener Str. 22), ausgestellt sind, wird in der vorliegenden Publikation mit Sequenzen aus der Dichtung von Goethe im Originalwortlaut illustriert.

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